Architektinnen der SGBK

(IE) Am 1. Januar 1960 zählte die GSMB + K 469 Aktivmitglieder und Kandidatinnen. Davon waren sechs Architektinnen: Annemarie Hubacher-Constam (geb. 1921), Berta Rahm (geb. 1910), Lisbeth Reimann, Lisbeth Sachs (geb. 1914), Hela von Tscharner, Silvia Witmer-Ferri (1907-1993); ausserdem eine Architektin - Malerin: Elsa Burckhardt-Blum (1900-1974) und eine Architektin - Malerin - Kunstgewerblerin: Colette Oltramare. In der Aufzählung wird die erste Frau, die an der ETH Zürich als Architektin diplomiert hatte, nicht erwähnt: Flora Steiger-Crawford (1899-1991)! Sie wurde in den Akten der GSMBK / SGBK von 1938 bis zu ihrem Tod nur als Bildhauerin geführt. Ausserdem fehlt das langjährige Mitglied, die 1955 verstorbene Lux (Studer-) Guyer, die der Gesellschaft seit 1925 angehörte. Dem Stand von 1960 wären auch noch wenige jüngere Architektinnen beizufügen.

Es ist erstaunlich, dass ein Grossteil der ersten Architektinnen-Generation Mitglied der SGBK war, obwohl der SIA (Schweiz. Ingenieur- und Architektenverein) im Gegensatz zur GSMBA (Gesellschaft Schweiz. Maler, Bildhauer und Architekten) Frauen nicht ausgrenzte, sobald sie ein ETH-Diplom hatten. Lisbeth Sachs war wohl als eine der ersten Frauen 1939 in den SIA aufgenommen worden. Ein Grund für den Beitritt zur SGBK stellten sicher die Aufträge der SAFFA (Schweiz. Ausstellung für Frauenarbeit) 1928 und 1958 dar. Lux Guyer (1894 - 1955) war die leitende Architektin der SAFFA 1928, Annemarie Hubacher-Constam Chefarchitektin der SAFFA 1958 und Lisbeth Sachs baute die Kunsthalle für diese Ausstellung.

Ausserdem fanden die Architektinnen im Kreis der SGBK Mitarbeiterinnen für die künstlerische Ausgestaltung ihrer Bauten. So arbeitete Lux Guyer bei öffentlichen Aufträgen unter anderem mit Cornelia Forster, Amata Good, Claire Guyer, Margherita Osswald Toppi und Berta Tappolet zusammen, alle Mitglieder der SGBK.

(siehe hierzu: Mitgliederverzeichnisse GSBK seit 1921; Architektenlexikon der Schweiz, hrsg. von Isabelle Rucki und Dorothee Huber, Basel 1998; Biographisches Lexikon der Schweizer Kunst, Zürich 1998 und Dokumente zur modernen Schweizer Architektur: Flora Steiger-Crawford, gta Verlag 2003)