KÜNSTLERINNEN

Kerstin Heinze-Grohmann

TÄTIGKEITSBEREICH

  • Installation
  • Malerei/Grafik/Zeichnung
  • Textilkunst
Postanschrift: 7302 Landquart / PSF 127
7302 Landquart
art-kreativbox@bluewin.ch
www.art-kreativbox.com

Vita

– geb. 1968 – Cottbus / Brandenburg
– Textile Ausbildung im Garnspinnen, Veredeln, Weben, Nähen, Stricken
– Studium im päd.kreativen – sozialen Sektor
– lebt und arbeitet seit 2004 in der Schweiz

Arbeitsgebiet
konzeptionelles Comicartiges Arbeiten in den Bereichen
– Malerei in Verbindung mit Fragmenten der Fadengrafik
– Objekt
– Installation
– Textil

Zum Werk

In frühen Werken arbeitet sich Kerstin Heinze-Grohmann an der kanonisch etablierten Popart ab. In ihrer zunächst auf Leinwand ausgeführten Malerei legt sie in grafisch-comicartigem Stil vielschichtig aufgebaute Bildwelten an. Es finden sich erste Fragmente der Fadengrafik, die Heinze-Grohmann in ihrem späteren Werk weiterentwickelt.
Das grundlegende Gestaltungselement der Fadengrafik sind geradlinig geführte Fäden. Aus der Vielzahl der gespannten Fäden im waagerechten, senkrechten und diagonalen Verlauf entstehen Fadenverdichtungen und Fadenüberkreuzungen, aus denen Kombinationen von Winkeln, Kreisen oder Bögen hervorgehen. Diese Art der Linienführung verbindet Heinze-Grohmann mit der visionären Künstlerin Emma Kunz (1892–1963). Indem Heinze-Grohmann im Unterschied zu ihr die Linien aber nicht zeichnet, sondern physisch mit Seidenfaden in ihren Werken aufspannt, bietet sich ihr die Möglichkeit, in ihren gemalten Werken Offenheit und Spiel zu generieren. So wechselt sie auch den Träger ihrer Malerei und führt sie fortan auf handgeschöpftem Papier, sogenannter Paperart aus. Dabei ist die Harmonisierung von Malerei und Fadengrafik eine weitere wichtige Komponente ihres Schaffens. Die verschiedenen Funktionen der Fadengrafik als Rahmung, Aufspaltung oder Ornament dekliniert Heinze-Grohmann in ihrem Werk durch. Auf diese Weise schafft sie vielseitige Bühnensituationen für ihre Protagonistinnen und Protagonisten, deren Auftreten sie zugleich verschiebt und festigt. Sie setzt Narrative stets fragmentarisch ein und lässt angefangene Szenen mitten im Bild abbrechen, um sogleich neue anzufangen. Der ständige Perspektivenwandel innerhalb ihrer Werke macht sie dynamisch und gibt ihnen den Anschein psychedelischer Drehungen.
Ausgewählte Ausschnitte ihres malerischen Werkes bearbeitet Heinze-Grohmann im Medium der textilen Kunst weiter. Sie arbeitet dabei oft über einen längeren Zeitraum in Serien (bspw. Textile Porträts, 2020 – ) und an Werken wie dem textilen Buch Melodie des Lebens (2019), die sie auch dokumentarisch einsetzt. Über die unterschiedlichen Medien hinweg setzt sie so Akzente innerhalb ihres Œuvres.
Daneben arbeitet Heinze-Grohmann mit einer Vielzahl an Materialien auch installativ. Es entstehen Arbeiten, für die sie im Sinne eines Upcycling beispielsweise Plastikfäden zu Figuren häkelt, die einer quirligen Geschichte entsprungen zu sein scheinen.
Heinze-Grohmann schafft in ihrem Werk zuweilen surreale Szenen, die ihrer unmittelbaren Umgebung entspringen und von ihrer Fähigkeit zeugen, die Vielschichtigkeit und Gleichzeitigkeit des gelebten Alltags zu fassen.
@Kunsthistorikerin Annina Pandiani
2020

Ausstellungen

siehe
www.art-kreativbox.com

Ehrungen und Auszeichnungen

2015 Kunstpreis Sparkasse Karlsruhe
2017 C.A.R. contemporary Art Ruhr / junge Talente
2018 Kunstwettbewerb / Jurypreis
Der Jurykommentar:
Der Jurypreis geht an das Werk „An den Fäden gezogen“ von Kerstin Heinze-Grohmann. Die Begründung lautet: „Wir sind beeindruckt von der Vielschichtigkeit der Arbeit, die zu zahlreichen Lesemöglichkeiten einlädt und zugleich mit technischer Virtuosität und… Experimentierfreude strahlt. Das Motiv knüpft mit der Gegenüberstellung von traditionellem, an Zirkusnummer erinnernden Tanz und einer Marionette an die in der Kulturgeschichte immer wieder aufgeworfene und verarbeitete Fragestellung der Mechanisierung von Bewegung, sowie der Lebendigkeit nachahmende Fähigkeit mechanischer Geräte, wie sie etwas ETA Hoffmann mit seinem Sandmann und der Puppe Coppelia formuliert. Der konstruktivistische Hintergrund schafft eine Diskrepanz zum menschlichen Körper, wobei die Erschaffung des Konstruktivismus durch den Menschen selbst jenen hierdurch ad absurdum führt.“
2018 C.A.R. contemporary Art Ruhr / junge Talente

Literatur

„Geheimnisse des Lebens“ ISBN 978-3-7460-1049-6 - deutsche Nationalbibliothek ( abrufbar unter dnb.dnb.de)

künstlerischer Kontext
„Melodie des Lebens“ – erschienen 2019 – das Buch wurde gebunden von „SuBu – Handbuchbinderei Susanne Burkart Chur“ - Auflage 3 Stück

Sammlung

ab 2022 Schweizerische Nationalbibliothek - Archiv (e-Helvetica - Webarchiv Schweiz)